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Chorgesang-Lexikon

Erklärung musikalischer Fachausdrücke

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

A

Abbreviaturen: Abkürzungen, meist zur Vereinfachung der Notenschrift.

a cappella: Unbegleitete chorische Vokalmusik.

accelerando: beschleunigend.

accompagnato: begleitet.

ad (voces) aequales: für gleiche Stimmen, d. h., die Komposition kann sowohl von Frauen- als auch von Männerstimmen ausgeführt werden.

adagio: langsam. Steht als Tempobezeichnung zwischen Andante und Largo.

ad Iibitum: nach Belieben. Als Bezeichnung in der Instrumentation: Die betr. Stimme kann fortbleiben.

agitato: erregt, stürmisch.

Agogik: Tempo- und Dynamikschwankungen innerhalb der feststehenden Norm. Die von H. Riemann geprägte Bezeichnung bezieht sich auf die Vortragsgestaltung eines Musikstückes durch den Interpreten.

alle breve: Im Viervierteltakt werden Halbe gezählt, was praktisch Verdoppelung des Zeitmaßes bedeutet.

allegro: hurtig, fröhlich, schnell. Heute meist als Tempobezeichnung für "schnell" gebraucht.

Allegretto: ein wenig bewegt, munter.

Alt: heute tiefe Frauenstimme (etwa g-e"). Früher hohe Männerstimme (Iat. altus = hoch).

amabile: liebenswürdig.

andante: gehend, maßvoll, bewegt, keineswegs "langsam"!

andantino: etwas ruhig.

animato: belebt, bewegt.

appassionato: leidenschaftlich.

Arie: solistisches Gesangsstück, vornehmlich in der Oper; früher keine scharfe Trennung vom Lied.

arioso, cantabile: sanglich, singbar.

Arrangement: Einrichtung eines Musikstückes für eine andere als ursprünglich vorgesehene Besetzung.

Artikulation: Aussprache.

assai: sehr.

a tempo: Hebt eine vorhergegangene Verlangsamung oder Beschleunigung des Zeitmaßes auf im Sinne der Wiederaufnahme des ursprünglichen (Haupt-) Zeitmaßes.

attacca (subito): sofort weiter, ohne merklichen Einschnitt; meist Bezeichnung zwischen zwei an sich nicht zusammenhängenden Stücken eines größeren Werkes.

Auftakt: Unbetonter Teil zu Anfang eines Musikstückes. Die meisten Volkslieder beginnen mit dem Auftakt.

 

zum Anfang


 

B

Ballade: Ursprünglich Tanzlied, dann Gedicht in erzählender Form. Später auch im übertragenen Sinne auf Instrumentalmusik angewendet (z. B. bei Chopin). Chorische Vertonungen von Ballladen waren um die Jahrhundertwende beliebt, nachdem vorher (z. B. Loewe) Balladen für Singstimme und Klavier große Popularität erreicht hatten.

Barcarole: Venetianisches Schifferlied.

Barden: Heldensänger der Kelten, in übertragenem Sinne alte Sänger überhaupt.

Bariton: Stimmlage zwischen Tenor und Bass.

Bass: tiefste Männerstimme (etwa A bis d'); im Tonsatz die Grundlage der Harmonie.

Belcanto: eigentlich "Schöngesang", Bezeichnung für eine auf "Schönheit" gerichtete Gesangsmethode.

Berceuse: Wiegenlied, auch für Instrumentalstücke gebräuchlich.

brillante: glänzend.

buffo: komisch.

 

 


 

C

calmato: beruhigt.

cantabile: ausdrucksvoll, gesangsmäßig.

cantus: Gesang.

cantus firmus: eigentlich "fester" Gesang. In der Polyphonie die tragende Stimme.

Capriccio: Ein "launenhaftes" Stück, verwandt mit Scherzo.

Chaconne: Variationsstück über einen sich wiederholenden Bass (meist jeweils 8 Takte).

Chanson: Lied (franz.).

Chor: eigentlich "Reigen" (griechisch). Mehrdeutig, Vereinigung von Sängern (und Sängerinnen) zum Zwecke mehrstimmigen Singens. Auch Bezeichnung für Werke, die für diese Besetzung geschrieben sind.

Choral: In der kath. Kirche der einstimmige liturgische ("Gregorianische") Gesang; in der ev. Kirche Bezeichnung für Kirchenlied (einstimmig oder mehrstimmig).

Chordirektor: Ursprünglich Bezeichnung für den Leiter eines Opernchores. Dann vielfach verwendet an Stelle von ,Musikdirektor" (s. d.). Seit kurzem verleiht die ADC den Titel an Chorleiter mit der Bezeichnung "Chordirektor ADC".

Chromatik: Halbtonschritte.

coda: Schlussteil eines Stückes.

come sopra: wie oben.

comodo: gemächlich.

con: mit.

con brio: mit Feuer.

Concertino: eigentlich "kleines Konzert"; im Concerto grosso die Solistengruppe.

Concerto grosso: Form des barocken Orchesterkonzerts, charakteristisch ist die Gegenüberstellung von "tutti" und "solo".

con dolore: mit Scherz.

con fuoco: mit Feuer.

con moto: mit Bewegung.

con sordino: mit Dämpfer.

con spirito: eigentlich "mit Geist", im übertragenen Sinne soviel wie "mit Bewegung".

con tenerezza: mit Zärtlichkeit.

contra: gegen.

corda: Saite; daher una corda (mit einer Saite) als Dämpfung beim Klavier.

crescendo: wörtlich "wachsend"; d. h. stärker werdend.

C-Schlüssel: Im Gegensatz zum Violin- und Bassschlüssel ist hier jeweils die Linie bestimmend für c'; z. B. auf der ersten (untersten) Linie Sopran-Schlüssel, auf der zweiten Linie Mezzosopran-Schlüssel, auf der dritten Linie Alt-Schlüssel, auf der vierten Linie Tenor-Schlüssel.

 

 


 

D

da capo: Von Anfang an das Stück wiederholen, meist soweit, bis die Bezeichnung "fine" (Ende) den Schluss der Wiederholung anzeigt.

Dämpfer: zur Abschwächung des Klanges werden bei Instrumenten verschiedenartige Vorrichtungen angewandt.

Debut: erstes öffentliches Auftreten.

deciso: genau, bestimmt.

decrescendo: abnehmend.

detonieren: unrein singen, auch auf Instrumentalspiel entsprechend angewendet (z. B. bei der Geige).

Dilettant: Musikliebhaber (vom ital. diletto, Vergnügen), zeitweise in abwertendem Sinne gebraucht für jemand, der sich mit unzureichendem Können an Kunstwerke wagt.

diminuendo: schwächer werdend.

Dirigent: Leiter eines Chores oder Orchesters.

Diskant: Oberstimme.

Divertimento: Mehrsätziges Musikstück unterhaltender Art, in Blüte im 18. Jahrhundert.

Dokekaphonie: Zwölftonmusik.

dolce: eigentlich süß; übertragen sanft, zart.

doloroso: schmerzlich.

Doppelchor: Zwei selbständige Chöre, die miteinander in der Komposition verbunden sind. Getrennte Aufstellung ist fast immer Voraussetzung für die Wirkung. Blütezeit; Venetianische Schule (Gabrieli).

doppio movimento: doppelt so schnell im Tempo.

due volte: zweimal.

Duett: Musikstück für zwei (meist Sing-) Stimmen. Bei Instrumentalstücken meist Duo genannt.

Duo: sieht Duett.

durchkomponiert: im Gegensatz zur strophischen (Lied-) Komposition. Auch auf die Oper anwendbar (Gegensatz: Nummeroper).

Dynamik: Tonstärke.

 

 


 

E

Echo: Widerhall; die früher (z. B. Lasso) beliebten Echo-Effekte sind neuerdings wieder aufgenommen z. B. von Walter Rein und Paul Zoll.

Edition: Herausgabe von musikalischen Werken.

egualmente: gleichmäßig (z. B. bei begleitenden Bassfiguren).

eingestrichene Oktave: Bezeichnung für die der kleinen Oktave folgende (obere) Oktave. Ihre Buchstaben werden mit einem Strich versehen (z. B. c', d', f').

Eklektiker: Ein Komponist, der, ohne Eigenprägung zu besitzen, Stile seiner Zeitgenossen übernimmt und sie nachahmt.

Ensemble: Franz. "miteinander", Zusammenwirken mehrere Soloostimmen, auch Gemeinschaft der Darsteller auf der Bühne (Gegensatz: Starkult). Ebenfalls Bezeichnung für kleine Kapelle (Unterhaltungsmusik).

Epigone: Nachahmer eines Stils, der den Höhepunkt bereits überschritten hat (z. B. Kistler als Wagner-Epigone).

espressivo: ausdrucksvoll.

Etude: Übungsstück, meist instrumental vielfach über den technischen Zweck hinausgehend (Schumann, Chopin). Gelegentlich auch auf Chorkompositionen angewandt.

Euterpe: Muse des Gesangs in der griechischen Mythologie.

 

 


 

F

Fantasie: Musikstück in freier Form. Im 19. Jahrh. auch Verarbeitungen von Opernmelodien (z. B. für Klavier, wie Liszt sie schrieb). Gegensatz; Potpourri (s. dort).

Fermate: Aushalten von Tönen oder Pausen über den Zeitwert hinaus. Wie lange die Fermate zu halten ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden.

Finale: Schlusssatz eines Werkes, in der Oper und Operette Schlussszene eines Aktes.

f1ebile: wehmütig.

Folklore: Landschaftlich gebundene Lieder, Sagen, Volksbräuche und die wissenschaftliche Erforschung dieser Gebiete.

forte: laut. stark.

fortissimo: sehr laut, sehr stark.

forzando: stark hervorheben,

forzato: abgekürzt fz; hervorgehoben, der Grad des Hervorhebens ergibt sich aus der Dynamik der betr. Stelle des Musikstückes.

frottola: heiteres ital. Tanzlied aus der Renaissance-Zeit.

fugato: im Fugenstil; meist nur imitatorisches Einsetzen der Stimmen, jedenfalls ohne weitere Bindung an die Gesetze der Fuge.

Fuge: Spitzenform des polyphonen Stils mit bestimmten Richtlinien (Exposition, Durchführung, Engführung, Orgelpunkt usw.). Höhepunkt: Bachs "Wohltemperiertes Klavier".

funebre: traurig. Meist in Verbindung mit "marcia", Trauermarsch.

furioso: wild, stürmisch.

 

 


 

G

Gema: Abkürzung für "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte", Genossenschaft der Komponisten, Textdichter u. Verleger. Rechtsnachfolgerin der "Stagma".

Gemischter Chor: Chor, der aus Männer- und Frauenstimmen besteht, die eine klangliche Einheit bilden. Durchweg vierstimmig, zwei Frauenstimmen (Sopran, Alt) und zwei Männerstimmen (Tenor, Bass). Davon zu unterscheiden Werke für Männerchor und Frauenchor, hier sind die beiden Gruppen gesondert.

Generalpause: Pause für alle Stimmen.

giocoso: scherzhaft.

Gigue (Giga): Tanz, der bei den englischen Lautenisten im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts beliebt war. Kam dann nach Deutschland und wurde hier Schlusssatz der Suite. Meist im 6/3-Takt in beschwingtem Zeitmaß.

giocoso: scherzhaft.

giusto: angemessen richtig.

gleiche Stimmen: Kompositionen für Männer- oder Frauenstimmen im Gegensatz zu den Werken für gemischte Stimmen (Männer- und Frauenstimmen). In der Praxis ist allerdings oftmals ohne Transposition die Übernahme eines Frauenchores auf den Männerchor nicht möglich. Weitere Schwierigkeiten stellen sich durch die Notierungsweise (tiefe Stimme im Violinschlüssel) ein.

glissando: gleitend. Effekt auf der Harfe durch Gleiten, von einem Ton zum anderen, meist über mehrere Oktaven. Auch auf anderen Instrumenten möglich (besonders auf dem Klavier). Im Chor sehr selten (z. B. bei Raphael).

grandioso: großartig.

grazioso: anmutig.

Gregorianischer Gesang: liturgischer (einstimmiger) Gesang der kath. Kirche, benannt nach Papst Gregor I. (600-604), der die damals gebräuchlichen Gesänge sammeln ließ.

 

 


 

H

Homophonie: Kompositionsform, bei der sich einer führenden alle anderen Stimmen unterordnen. Gegensatz: Polyphonie, Gleichberechtigung aller Stimmen.

Hymne: Feierliches Musikstück, speziell für Chor. "Nationalhymne".

 

 


 

I

Imitation: Nachahmung eines Motives in einer oder mehreren anderen Stimmen.

impetuoso: ungestüm, heftig. Impressionismus: Die verschwimmenden Konturen des malerischen Impressionismus wurden auch von den Komponisten übernommen, doch war diesem Stil nur ein kurzes Leben beschieden. Hauptmeister: Debussy.

Impromptu: ein der Fantasie ähnliches Musikstück; ohne Bindung an eine bestimmte Form.

Improvisieren: unvorbereitet, aus dem Stegreif spielen. Diese früher sehr verbreitete, dann verloren gegangene Kunst wird heute wieder geübt.

Interludium: Zwischenspiel.

Intermezzo: eigentlich Zwischenaktsmusik, dann aber seit der Romantik auch kleines Instrumentalstück.

Interval: Abstand zweier Töne.

Interpretation: Wiedergabe eines Musikstücks im Sinne der Darrstellung bzw. Ausdeutung.

Intonation: Wörtlich "Einstimmung". Mehrdeutig. Auf den Chor bezogen, sauberes Halten der Tonhöhe. "Unsaubere Intonation" beim Sinken oder Steigen des Chores.

Introduktion: Einleitung eines Tonstücks.

Intrada: Einleitung (instrumental, meist Bläser).

Invention: eigentlich "Erfindung". Bezeichnung für bestimmte Instrumentalstücke, so bei Bach "Inventionen" .

l'itesso: dasselbe; meist in Verbindung mit Tempo, demgemäß "itesso tempo" das gleiche Zeitmaß.

 

 


 

J

jocoso: scherzhaft.

jodeln: Gesangstil der Alpenländler, bestehend in schnellem Wechsel von Brust- und Fistelstimme.

 

 


 

K

Kadenz: In der Harmonielehre Schlusswendung über Unter- und Oberdominanten zur Grundtonart. In Solokonzerten und Arien freie Fantasie über das thematische Material, meist eingeleitet durch eine Fermate des Orchesters auf dem Quartsextakkord. Seit der Romantik nur noch wenig gebräuchlich, dagegen in Mozart-Konzerten u. a.

Kammerchor: kleiner Chor. Wenn nähere Bezeichnung fehlt, stets gemischt.

Kammerton: der auf 440 Doppellschwingungen auf Grund internationaler Übereinkunft festgesetzte Ton a'.

Kanon: strengste Form der Nachahmung, indem die nachfolgende Stimme das Motiv auf gleicher oder anderer Tonstufe notengetreu wiederholt.

Kantate: Eigentlich "Singstück". im Gegensatz zur "Sonate" (Klangstück), dann aber mehrteiliges Gesangstück (Solo oder Chor), meist mit verbindendem Rezitativ.

Kantilene: gesangliche Melodielinie.

Kantor: Leiter der Kirchenmusik, ursprüngl. Vorsänger in der Kirche.

Kanzone: eigentlich Gesangstück, später auch für Instrumentalwerke gebraucht.

Kapellmeister: Leiter einer Musikkapelle, ursprünglich eines Chores, heute aber nur in bezug auf Orchesterleitung angewendet.

Kapelle: Raum in der Kirche, wo der Chor stand, dann der Chor selbst, heute ein Orchester bzw.  Instrumentalensemble.

Kassation: Instrumentalständchen des 18. Jahrhunderts, etwa gleichbedeutend mit Divertimento.

Kastrat: "Entmannter". Sänger mit Sopran- bzw. Altstimme. Vom 16. bis 18. Jahrhundert vor allem in der Oper, aber auch in der Kirchenmusik Italiens und den von dort beeinflussten Ländern üblich. Letzte Kastraten noch im 19. Jahrhundert.

Kavatine: Lyrisches Sologesangstück in der Oper. Im übertragenen Sinne auch lyrische Instrumentalkomposition (z. B. Kavatine von Raff).

Klassische Musik: Mehrdeutig: Die Musik der Epoche Haydn, Mozart, Beethoven. Dann aber in der Umgangssprache jede Musik, die sich als überzeitlich wertvoll bewiesen hat. In diesem Sinne ist z. B. auch J. S. Bach "Klassiker".

Klavierauszug: Übertragung der Stimmen eines Musikwerkes (Orchester-, Kammermusik, Oper) in eine auf dem Klavier spielbare Form. Bei der Oper unterscheidet man Klavierauszüge mit Gesangtext (die Singstimmen von Solisten und Chor sind gesondert notiert) und Klavierauszüge mit überlegtem Text (Singstimmen sind mit in den Klaviersatz hineingearbeitet). Zum Partienstudium sind nur die ersteren brauchbar, während sich die zweite Gruppe an die Hausmusikanten wendet. Bei größeren neuen Chorwerken ist der Partitur (s. d.) vielfach ein Kl.-A unterlegt der Erleichterung der Orientierung.

Köchel-Verzeichnis (K. V.): Das von Ritter von Köchel angelegte nummerierte thematische Verzeichnis der Werke Mozarts wiederholt, verbessert und ergänzt. An Stelle der sonst üblichen "Opus" Bezeichnung wird "K. V." mit der entsprechenden Zahl gesetzt.

Koloratur: Verzierung bei Gesangstücken virtuosen Charakters (Koloratursopran).

Komponieren: eigentlich: Zusammensetzen. Schaffung eines Musikstücks. "Original-Komposition", dazu im Gegensatz "Bearbeitung" eines bereits vorhandenen Stoffes.

Konservatorium: eigentlich: Bewahrungsanstalt. Heute Musikschule größeren Umfangs.

Kontrafaktur: Umdichtung weltlicher Texte in geistliche und umgekehrt unter Beibehaltung der Weise (z. B. "Innsbruck, ich muss dich lassen" - "Nun ruhen alle Wälder").

Kontrapunkt: eigentlich "punktus contra punctum" (Note gegen Note). Übertragen : Gegenstimme, dann die Lehre der Stimmführung im strengen Satz.

Konzert: Aufführung von Musikwerken In der Öffentlichkeit. Dann auch meist sinfonisch angelegte, ein- oder mehrsätzige Kompositionen für ein (oder mehrere) Soloinstrument und Orchester oder nur für Orchester.

Korrepetitor: Einstudierer von Opern- und Oratorienpartien.

K. V.: siehe Köchel-Verzeichnis.

 

 


 

L

lamentabile: klagend.

Lamentation: Klagegesang. larghetto: kleines "Largo", also etwas weniger breit als dieses.

largo: breit. Auch Bezeichnung für ein entsprechendes Musikstück; z. B. Händels Arie aus "Xerxes", die als Instrumental stück unter diesem Titel populär wurde.

legato: gebunden.

Legatobogen: Verbindung von melodischen Tongruppen durch Bogen, um zu bezeichnen, dass sie "Iegato" gespielt oder gesungen werden sollen.

Legende: urspr. fromme Erzählung, dann aber auch Instrumentalstück balladesken Inhalts (z. B. "Legende" von Liszt).

Ieggiero: leicht.

Leitmotiv: Wiederkehrendes Motiv von symbolhafter Bedeutung. Verwandt mit "idée fixe" (Berlioz). von Wagner besonders verwendet.

lento: langsam.

Libretto: Textbuch bzw. Textvorlage von Opern.

Liederspiel: Vielfach dem Singspiel ähnlich; neuerdings aber auch Bezeichnung für eine kantatenartige Chorsuite volksliedhaften Inhalts (z. B. Erdlen "Lönsliederspiel ").

Liederkranz: Bezeichnung für volkstümliche Chorvereinigung (meist Männerchor) in Süddeutschland im 19. Jahrh. In der Bezeichnung "Kranz" drückt sich die soziale Einstellung der Gleichberechtigung aller Chormitglieder aus. Gegensatz "Liedertafel". - Heute sind beide Bezeichnungen lediglich Titel von Chören ohne obige Bedeutung.

Liedertafel: Name des von Zelter 1808-1809 gegründeten Männerchores norddeutscher Prägung. Die Bezeichnung "Tafel" schließt eine Rangordnung der Mitglieder ein (vgl. Liederkranz). Heute Bezeichnung für Chor ohne Absicht sozialer Klassifizierung.

linear: horizontale Stimmführung (polyphon). Gegensatz vertikal (harmonisch).

lontano: weit, entfernt.

lugubre: düster, traurig.

 

 


 

M

Madrigal: urspr. Hirtengesang, dann mehrstimmige Vokalkomposition (16. Jahrh.). Heute Bezeichnung für kleine chorische Kompositionen intimen Charakters.

Madrigalchor: Kammerchor, der mit dieser Bezeichnung andeuten will, dass er alte Madrigale pflegt oder in ihrem Sinne arbeitet.

maestoso: majestätisch.

Manieren: alte Bezeichnung für Verzierungen.

marcato: scharf, betont.

marcia: Marsch.

martellato: gehämmert.

Melisma: Verzierung, Koloratur. Melodie: Folge von Tönen, die in ihrer Gesamtheit eine singbare Linie ergeben.

Melos: Griechische Bezeichnung für Melodie.

Melodram: Verbindung von gesprochenem Wort und unterlegter meist illustrativer Musik (z. B. Schillings "Hexenlied").

meno: weniger.

Menuett: Ursprünglich französischer Tanz, fand dann auch in die Suite Eingang und von dort aus als Sinfoniesatz in die klassische Musik, wo das Menuett später durch das Scherzo abgelöst wurde. Als Tanz langsames Zeitmaß im ¾ -Takt.

messa di voce: An- und Abschwellen der Töne als Gesangübung.

mestro: traurig, betrübt.

Metrik: Lehre vom Versmaß.

Metronom: Taktmesser zur Tempobestimmung. Erfunden von Mälzel, einem Zeitgenossen Beethovens. Abgekürzt M. M. Die jeweils hinzugesetzte Zahl bezeichnet die entsprechenden Schläge (z. B. Viertel oder Halbe) in der Minute.

mezzoforte: mittelstark.

Mezzosopran: Stimmlage zwischen Sopran und Alt.

misterisoso: geheimnisvoll.

moderato: mäßig bewegt.

molto: viel.

Monodie: urspr. Einzelgesang. Homophoner Stil seit dem 17. Jahrhundert. Eine Stimme (Melodie) führt, die anderen Stimmen begleiten.

morendo: sterbend.

mosso: belebt; bewegt.

Motette: geistliches Gesangsstück (a cappella) in verschiedenen Abschnitten. Später auch mit Begleitung.

Motiv: kleinster Teil eines Themas.

moto: Bewegung; con moto: mit Bewegung.

Musette: eigentlich Dudelsack. Die Eigenart des Instrumentes wurde auch auf andere übertragen (z. B. in der Suite für Tasteninstrumente). sie zeigt sich besonders in der Orgelpunktharmonie.

Musikdirektor: Ungeschützter Titel, den sich Chorleiter beilegen. Stadtverwaltungen verleihen den Titel "Städt. Musikdirektor". Vor 1914 verlieh der Staat den Titel "Königl. Musikdirektor".

Mutation: Stimmwechsel der Knaben zur Zeit der Pubertät.

 

 


 

N

Nänie: Trauergesang (z. B. Schillers Gedicht "Nänie" in der Vertonung von Brahms).

Neumen: Vorgänger unseres heutigen Notensystems; ohne genaue Bezeichnung der Tonschritte und Tonhöhe. Wörtlich "Winke", mehr als Gedächtnisstütze anzusehen.

Nokturno: Nachtstück. Zuerst Serenade, dann Charakterstück (z. B. Chopin).

nuovo: neu.

 

 


 

O

obligat: bezeichnet eine Stimme, die nicht fortgelassen werden kann. Gegensatz: ad lib. (nach Belieben).

Ode: lyrisches Gedicht, auch dessen Komposition.

Odeon: Singhalle, Konzertsaal.

oeuvre: Werk (franz.).

ongarese: ungarisch.

Opus (abgekürzt op.): Werk. Als Bezeichnung bei der fortlaufenden Nummerierung der Kompositionen eines Tonsetzers angewendet. Seit dem 17. Jahrh. bekannt, aber erst seit Beethoven systematisch durchgeführt. Vielfach heute nicht mehr üblich.

opusculum: kleines Werk.

Oratorium: eigentlich Betsaal. Dann geistliches (seltener weltliches) Werk, später groß angelegte Kantate mit Soli, Chor und Orchester.

Orchester: ursprüngl. Raum vor der Bühne, wo der antike Chor tanzte. Heute in doppelter Bedeutung gebräuchlich; Gesamtheit der Spieler, wobei in Sinfonie-, Blas-, Militärorchester usw. unterschieden wird. Auch der Raum zwischen den Sitzreihen des Publikums und der Bühne wird Orchester genannt.

Orge1prospekt: Die Gesamtheit der Orgelpfeifen am vorderen Orgelgehäuse.

Orgelpunkt: Liegenbleibender Basston, bei dem sich die anderen Stimmen frei bewegen.

Ornament: Verzierung.

Orphéon: Bezeichnung für Männerchor in Frankreich.

Ouvertüre: "Eröffnungsstück" , bes. für eine Oper. Aber auch in die Instrumentalsuite übernommen. Seit der Romantik auch "Konzert-Ouvertüren" .

Ostinato: wörtlich "hartnäckig". Meist in Verbindung mit "Basso ostinato". Ständig wiederkehrendes Bassthema, über dem die Komposition aufgebaut ist (vgl. Chaconne).

 

 


 

P

parlando: sprechend.

Parodie: Unterlegung eines neuen Textes unter eine vorhandene Melodie (vgl. auch Kontrafaktur). Auch Verspottung eines Kunstwerkes oder einer Kunstform (z. B. Opernparodien).

Partita: gleichbedeutend mit Suite.

Partie: Sologesangstimme einer Oper entsprechend der Bezeichnung "Rolle" im Schauspiel.

Partitur: Das im Gegensatz zu den Einzelstimmen zusammengefügte Gesamtbild einer

Komposition in einem einheitlichen System, so dass hieraus das Werk in seinen Einzelheiten und dem Ablauf erkennbar wird. Die Stimmen werden dabei nach einer bestimmten Ordnung übereinandergestellt. Die Arbeit der Zusammenstellung wird "spartieren" genannt.

Passacaglia: Variationen auf einem Basso ostinato (s, d.).

Passion: Musikalische Darstellung des Leidens Christi (z. B. Schütz, Bach).

passionato: leidenschaftlich.

Pasticcio: eigentl. Pastete. Urspr. Opern, deren Teile von verschiedenen Komponisten stammten, dann auch neue Zusammenstellungen aus verschiedenen Werken eines Komponisten.

Pastorale: Hirtenlied, übertragen "ländlich" (z. B. Pastoral-Sinfonie von Beethoven).

pastoso: weich, weichlich breit.

perdendosi: (sprich; Perdendosi) sich verlierend.

Periode: in sich geschlossener Abschnitt von meist 8 Takten eines Musikstückes.

pesante: lastend, wuchtig.

pezzo: Stück.

philharmonisch: Die Harmonie (übertragen die Musik) liebend.

Phonetik: Lehre von der Lautbildung.

Phrase: in sich geschlossener Teil eines Themas (mehr als Motiv).

Phrasierung: Gliederung eines Musikstücks beim Vortrag.

piacere: beliebig, a piacere: nach Belieben.

piano: leise.

piu: mehr (z. B. piu mosso, schneller).

pizzicato: gezupft.

Plagiat: Übernahme von Melodien aus fremden Werken. Wann ein Plagiat vorliegt oder nur eine "Anlehnung", ist nur im Einzelfall zu entscheiden.

Plektron: Plättchen, mit dem die Mandolinensaiten angerissen werden.

poco: wenig.

poco a poco: nach und nach.

pol: dann.

Polyhymnia: Muse des Chorgesangs.

Polyphonie: Satztechnik, bei der jede Stimme in melodischer Führung selbständig und gleichwertig ist (Gegensatz: Homophonie).

Polyrhythmik: Gleichzeitige Verwendung verschiedener Rhythmen.

pomposo: prunkhaft.

portamento: hinüberschleifen eines Tones in einen anderen.

Portativ: kleine tragbare Orgel, Hausinstrument ohne Pedal.

posthum: nachgelassen: In Verbindung mit Opus eine Komposition, die erst nach dem Tode des Komponisten herausgegeben wurde (op. posth.).

Postludium: Nachspiel.

Potpourri: Zusammenstellung von Melodien aus Opern, Operetten (aber auch Volkslieder, Kompositionen verschiedener Tonsetzer oder Ausschnitte einer bestimmten Epoche) zu einer Folge mit meist unterhaltender Tendenz.

Praeambulum: Vorspiel.

Praeludium: Vorspiel.

Preghiera: Gebet.

Premiere: erste Aufführung eines Bühnenwerkes, die aber keine "Uraufführung" (s. d.) zu sein braucht. Neueinstudierung genügt.

presto: sehr schnell. In diesem Sinne aber erst seit der Klassik, vorher mehr als heiter-beschwingte Grundhaltung eines Stückes aufzufassen.

Prestissimo: äußerst schnell.

Primarius: erster Geiger beim Streichquartett.

Primo: beim vierhändigen Klavierspiel die rechte (obere) Partie. Gegensatz: secondo.

Programm-Musik: Musikstück, dem ein außermusikalischer Vorwurf (z. B. Schilderung einer Handlung oder auch Charakterisierung einer Persönlichkeit) zugrunde liegt. Gegensatz: Absolute Musik.

Psalmodie: Psalmgesang.

Psalter: Psalmbuch, auch Saiteninstrument.

 

 


 

Q

quasi: gleichsam, gewissermaßen.

quieto: ruhig.

Quodlibet: wörtlich "Was beliebt". Man unterscheidet horizontales und vertikales Quodlibet. Ersteres ist identisch mit "Potpourri" (s. d.). Das vertikale Quodlibet besteht im gleichzeitigen Auftreten mehrerer Melodien (oder nach Texte).

 

 


 

R

rallentando: langsamer werdend.

Refrain: Kehrreim, gleichlautender Schluss, der für alle, im übrigen verschiedene Strophen, Gültigkeit hat.

Register: Mehrdeutig: 1. Die Tonlagen (Kopfstimme, Bruststimme) der menschlichen Stimme. 2. Die bei der Orgel zusammengehörenden Pfeifen (Klangfarbengruppen). 3. Die Chöre der Handharmonika.

religioso: andächtig, fromm.

Repertoire: Die zum Vortrag bereiteten und erarbeiteten Stücke eines Solisten, Chores, Orchesters oder eines Opernunternehmens.

Requiem: Totenmesse der katholischen Kirche.

Rezitativ: Sprechgesang. Mehr deklamiert als gesungen. Wichtig in der Oper. Gelegentlich auch Übertragung des Begriffes auf Instrumentalmusik (z. B. Beethoven 9. Sinfonie, Schlusssatz).

Rhapsodie: Erzählung etwa in Form einer Ballade. Auch auf Instrumentalstücke angewandt(z. B. Brahms).

Rhythmus: Bewegungsverlauf in der Musik nach der Zeitdauer.

rinforza: unselbständige, nur zur Verstärkung dienende Instrumente.

Ripienstimme: diente im Orchester nur zur Verstärkung bei Tutti.

ritardando: langsamer werdend.

ritenuto: langsamer als das Zeitmaß von der Stelle ab, an der diese Bezeichnung steht, ohne Übergang im Tempowechsel. Also "plötzlich langsamer".

Ritornell: Mehrdeutig. 1. Reform im Liede vor 1600; 2. Instrumentale Vor- bzw. Nachspiele bei Liedern (z. B. Ahle "Was mag doch diese Welt"). Dagegen bezieht sich Schumanns berühmtes "Ritornell" in seinem Titel auf die Dichtung, in der man unter Ritornell eine dreizeilige Strophe versteht, bei der sich meist erste und dritte Zeile reimen. Von Rückert in diesem Falle ohne die genannte Charakteristik als Ritornell bezeichnet.

Rondo: Rundgesang. Häufiger auf Instrumentalsätze angewandt, in denen das Thema, durch kurze Zwischensätze unterbrochen, immer wiederkehrt. Vielfach die Form des Schlusssatzes der klassischen Sonate.

rubato: geraubt. In Verbindung mit "tempo" ist der freie Vortrag gemeint (Tempo rubato).

 

 


 

S

scherzando: scherzhaft.

Scherzo: Musikstück heiteren Charakters, das in der Sinfonie seit Beethoven an die Stelle des Menuetts trat.

Schrammelmusik: Speziell Wiener Besetzung der Unterhaltungsmusik: Zwei Geigen, Gitarre. und Ziehharmonika (früher Klarinette).

scordatura: Umstimmung bei Saiteninstrumenten zur Erzielung besonderer Effekte.

secondo: linke Seite beim vierhändigen Klavierspiel.

segue: es folgt; d. h. es geht weiter. Bedeutet auch, dass eine Figur in den folgenden Takten genauso ausgeführt wird wie in den vorhergehenden.

semplice: einfach.

semper: immer.

sentimento: Gefühl.

senza: ohne.

Sequenz: 1. lat. Kirchengesang; 2. stufenweise Verschiebung eines Motivs nach oben oder unten, meist im Rahmen der Tonleiter. Beliebtes Stilmittel der Barockmusik.

Serenado: Ständchen, Abendmusik.

sereno: ernst.

sf; sfz.: Abkürzung für sforzando.

sforzando: sforzato: Stärkeres Hervorheben eines einzelnen Tones. Der Stärkegrad richtet sich nach der Dynamik, in der die Stelle des Stückes gespielt oder gesungen wird. Bei p bedeutet sfz etwa mezzoforte.

Singpartitur: Bei kleineren Chorwerken erhält der Sänger statt der separaten "Stimme" eine Partitur (s. d.). Seit einiger Zeit allgemein üblich.

Skala: Tonleiter.

Skalden: Nordische Heldensänger, die ihre Dichtungen vortrugen.

solo: allein.

soave: sanft.

Sopran: hohe Frauenstimme (etwa a-a').

sopra: oben; come sopra wie oben.

sordino: Dämpfer; con sordino: mit aufgesetztem Dämpfer (bei Streichinstrumenten).

sospirante: (auch sospirando) seufzend.

sostenuto: zurückhaltend, getragen; z. B. Adagio sostenuto bedeutet noch etwas langsamer als Adagio.

sotto voce: mit halber Stimme.

spiritoso: geistvoll, feurig; con spirito, mit Feuer.

staccato: abgestoßen.

Stagma: siehe Gema.

Stimmbildung: Pflege. der menschlichen Stimme. Nicht nur für Sologesang, auch für Chor notwendig.

Stimmbruch: Mutation (s. d.).

Stimmgabel: zweizinkige Stahlgabel die bei Anschlag den Kammerton -a' angibt. von hier aus muss der Chorleiter den gewünschten Ton, mit dem das Stück beginnt, selbst suchen (siehe auch Stimmpfeife).

Stimmpfeife: Apparat, bei dem, durch Einstellung  jeder beliebige Ton zum Erklingen gebracht werden kann.

Stretta: Beschleunigter Schlussteil einer Arie oder auch eines Finales in der Oper.

stringendo: schneller werdend.

subito: sofort, plötzlich.

Suite: urspr. Folge von Tänzen. dann von Stücken allgemeiner Art. Heute auch eine Folge chorischer Kompositionen oder Volksliedsätze, die meist durch einen übergeordneten Gedanken verbunden sind.

Synkope: Bindung eines leichten Taktteils mit einem schweren. Dadurch Verschiebung des Schwerpunktes.

 

 


 

T

tacet: schweigt, d. h. ein Instrument fällt für einen Satz aus und pausiert.

Tabulator: 1. Griffschrift für Orgel, Laute u. a.; 2. Regeln der Meistersinger, die auf Tafeln aufgezeichnet waren (vgl. Wagners Meistersinger, 1. Akt).

Takt: Messeinheit für den Ablauf eines Musikstückes. Man unterscheidet geraden (z. B. 2/4) und ungeraden Takt (z. B. 3/4). Alle anderen leiten sich davon ab.

Taktstrich: Senkrechter Strich, der die Takte einteilt bzw. abteilt. Früher nicht üblich, auch heute in der A-capella-Chormusik vielfach fortgelassen, um zu betonen, dass nicht der Takt, sondern die Phrase wesentliches Element der Gestaltung ist.

tanto: sehr, viel.

tasto solo: Bezeichnung der Generalbassschrift. Hier wird nur der Basston gespielt ohne die übliche Akkordüberlegung.

tedesco: (alle tedesca) deutsch, nach deutscher Art.

Temperatur: ausgeglichene Stimmung der Tasteninstrumente auf Grund der von A. Werckmeister vorgenommenen Berechnung (Einteilung der Oktave in 12 gleiche Halbtöne). Gegensatz: Reine Stimmung. Bach war einer der ersten, der im "Wohltemperierten Klavier" die neue Stimmung benutzte, um Stücke in allen Tonarten zu schreiben.

Tempo: Zeitmaß; a tempo: im ursprünglichen Zeitmaß, steht meist nach einem vorhergehenden ritardando.

teneramento: zart.

Tenor: 1. Mit Betonung auf der ersten Silbe (Tenor) Hauptstimme in alten Sätzen (Cantus firmus); 2. hohe Männerstimme, Umfang etwa c-h' (bei Solisten umfangreicher). Notierung erfolgt im Violinschlüssel, wird aber eine Oktave tiefer gelesen.

Terzett: Stück für drei Singstimmen.

Thematischer Katalog: Verzeichnis der Werke eines Komponisten unter Angabe der Anfangstakte der Kompositionen. Th. K. existieren von den großen Meistern wie Mozart, Beethoven, Brahms u. a.

timbre: Klangfarbe (bes. einer Singstimme).

Tonalität: Man spricht von "Tonalität", wenn die Komposition auf eine Tonart bezogen werden kann. Gegensatz: atonal, ohne Bezug auf eine Tonart.

Tonmalerei: Vorstufe zur Programmmusik (s. d.) Versinnbildlichung außermusikalischer Vorstellungen (z. B. Sturm, Wasserrauschen) durch Töne.

tranquillo: ruhig.

Transkription: Freie Übertragung eines Stückes in eine andere Form (z. B. Opernmelodien für Klavier).

Travestie: Parodie (s. d.)

tremolieren: eigentlich beben. Bei der Singstimme flackern, wodurch die Tongebung gestört wird.

Tremolo: Bebung; schnelle Wiederholung eines Tones.

Trio: 1. Komposition für drei Instrumente (bei Singstimmen Terzett); 2. Mittelteil von Märschen und Tänzen; 3. Orgel-Trio Kompositionen für drei Stimmen.

Triole: Drei Noten auf einen Wert statt zwei oder (seltener) vier. Drei Achtel auf ein Viertel usw.

troppo: zu sehr. Meist in Verbindung mit non troppo (z. B. Allegro non troppo).

tutti: alle. Gegensatz: solo.

 

 


 

U

unisono: (sprich unisono) im Einklang. d. h. mehrere Stimmen oder Instrumente erklingen in gleicher Tonhöhe, doch wird "unisono" auch angewandt, wenn es sich um Oktavierungen handelt.

Uraufführung: Die allererste Aufführung eines Werkes überhaupt. Anders Erstaufführung (s. d.). Der Begriff "Uraufführung" ist von dem Bremer Oberspielleiter Gustav Burchard im Jahre 1901 in der Wochenzeitschrift "Deutsche Bühnengenossenschaft" geprägt worden und hat sich sofort durchgesetzt. Bezeichnungen wie "WeIturaufführung" und "Uraufführung für Deutschland" sind widersinnig.

Urtextausgaben: Neuausgaben von Werken (z. B. Mozart-Sonaten) auf Grund der Handschrift bzw. des Erstdruckes, also ohne spätere Zusätze von fremder Hand.

 

 


 

V

Variation: Veränderung eines Themas eines der wichtigsten Mittel musikalischer Verarbeitung. Man unterscheidet "Figural"- und "Charakter"-Variation je nach der Umgestaltung. Oft geht die

Veränderung so weit, dass das Thema nur noch seinem geistigen Gehalt nach weitergeführt wird.

veloce: schnell, hurtig.

vibrato: beben, aber weniger als tremolo (s. d.).

vi-de: siehe! Zeichen zwischen zwei Stellen eines Musikstückes, wenn dieser Teil zur Verkürzung des Werkes ausgelassen werden kann. Die erste Silbe „vi-" steht am Anfang, ,,-de" am Ende der betr. Stelle.

Villanella: Tanzlied des 16. Jahrh.

Virginal: kleine Form des Spinetts, auch des Cembalos. Herkunft des Wortes ist nicht geklärt.

vite: schnell.

vivace: lebhaft.

vivacissimo: äußerst lebhaft

voces aequales: siehe aequales.

Vokalisation: Aussprache der Vokale.

Volkslied: Begriff von Herder geprägt. In seiner Bedeutung und Abgrenzung umstritten.

 

 


 

W

Weite Lage: im mehrstimmigen Satz, wobei der Abstand zwischen den Tönen Platz für weitere zur Harmonie gehörige Töne lässt. Gegensatz: Enge Lage.

 

 


 

Z

Zeitmaß: tempo (s. d.).

zingarese: nach Zigeunerart.

Zwölftonmusik: atonale Musik, deren thematisches Material aus den zwölf Halbtönen der Tonleiter besteht.

Zyklus: eigentlich "Kreis". Ähnlich wie "Suite" eine Folge von Sätzen, meist unter einheitlichem übergeordnetem Leitgedanken.

 

Erklärung:

s.d. = siehe dort

 

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